Sprach- und Integrationsmittler/innen

Presseinformationen

SprInt FAQ

Hier finden Sie eine übersichtliche Erläuterung zur Thematik „SprInt“ und Antworten auf die grundlegensten Fragen zu Sprach- und Integrationsmittlung.

Was ist SprInt?

SprInt ist professionelle Sprach- und Integrationsmittlung, also kultursensibles Dolmetschen.

Sprach- und Integrationsmittler/-innen ermöglichen Verständigung zwischen Migranten/-innen und Fachkräften des Gesundheits-, Sozial- und Bildungswesens. Sie dolmetschen, erläutern Hintergründe und assistieren Fachkräften.

Wie ist SprInt entstanden?

SprInt wurde ursprünglich 2002 federführend von den Migrationsdiensten der Diakonie Wuppertal entwickelt. In den Migrationsberatungen fehlte es an fachkundigen und neutralen Dolmetschenden. Man machte sich gemeinsam mit einem wachsenden Kreis an Partnern auf den Weg, Sprach- und Integrationsmittlung im Rahmen öffentlich geförderter Projekte zu entwickeln. Es entstanden die Bereiche Vermittlung, Qualifizierung und ein bundesweites Netzwerk mit festen Standards.

Was unterscheidet SprInt von anderen Dolmetschenden?

Es gibt aktuell eine Vielzahl an nicht-professionellen Konzepten im Bereich des Dolmetschens. Nicht selten werden kurzqualifizierte Laiendolmetschende oder einfach Verwandte herangezogen, um Verständigungslücken zu schließen.

Um Verständigung auf Seiten von Fachkräften und Migrant/-innen zu erzeugen, braucht es jedoch mehr als Menschen, die die Sprache beherrschen: Es braucht eine Mittlung zwischen kulturellen Unterschieden, Vertrauen in die Schweigepflicht des Dolmetschenden, einen transparenten Dolmetschprozess, der beide Seiten auf Augenhöhe kommunizieren lässt. Besonders bedürfen komplexe oder sensible Themen, wie beispielsweise Behandlungen beim Arzt, Beratungen beim Jugendamt, Anhörungen bei einer Ausländerbehörde Dolmetschende, die mit speziellem Fachwissen in den Bereichen des Gesundheits-, Sozial- und Bildungswesens ausgestattet sind.

Was ist die SprInt-Qualifizierung?

Die SprInt-Qualifizierung ist die anspruchsvollste Sprachmittlungs-Fortbildung für Migrant/-innen in Deutschland. Sie wird bundesweit nach einheitlichem Standard durchgeführt, dauert 18 Monate in Vollzeit und vermittelt Fachwissen aus dem Gesundheits-, Sozial- und Bildungswesens, Dolmetschtechniken und die SprInt Berufsethik. Sie schließt mit einem einheitlichen Zertifikat ab.

Was ist die SprInt geGenossenschaft?

Die SprInt  gemeinnützige eGenossenschaft wurde im Dezember 2015 gegründet. Gründungsmitglieder waren neben den geschäftsführenden Vorständen Achim Pohlmann und Detlev Becker, Sprach- und IntegrationsmittlerInnen, die Bundestagspräsidentin a.D.  Frau Prof. Dr. Rita Süssmuth, der Präses der evangelischen Kirche im Rheinland Manfred Rekowski und andere.  Alle Mitarbeitende sind Mitglieder in der Genossenschaft.

Die Genossenschaft hat alle Rechte aus den zurückliegenden Projektierungen der Diakonie Wuppertal übernommen und  koordiniert das Bundesnetzwerk SprInt, Sprach- und Integrationsmittlung in Deutschland

Die SprInt gemeinnützige eGenossenschaft betreibt die SprInt-Standorte in Bochum, Dortmund und Wuppertal und bietet eine Buchungszentrale für Sprach- und Integrationsmittlung (Face-to-Face, Tele und Video) . Die Genossenschaft qualifiziert in Wuppertal zum/zur Sprach- und Integrationsmittler/-in; und  lizensiert und auditiert Bildungseinrichtungen, welche Qualifizierungen zum Sprach- und Integrationsmittler/-in im Bundesgebiet umsetzen.

Die Genossenschaft beschäftigt ausschließlich sozialversicherte Arbeitnehmende, darunter  aktuell knapp 50 SprInt-Mittler/-innen.

Was ist das SprInt Netzwerk?

Das bundesweite Netzwerk für Sprach- und Integrationsmittlung besteht aus 20 Organisationen (Bildungsträger, Migranten/-Innenselbstorganisationen, gemeinnützige Firmen und Vereine), die sich der professionellen Sprach- und Integrationsmittlung verschrieben haben.

Das Netzwerk strebt die flächendeckende Etablierung von SprInt in Deutschland an. Im Netzwerk wurden klare Qualitätsstandards für Qualifizierung und Vermittlung entwickelt. Austausch und Weiterentwicklung sorgen für die Aktualität von SprInt.

Ist SprInt ein Beruf?

Der Begriff „Dolmetschen“ und „Sprachmitteln“ ist in Deutschland nicht geschützt. In vielen Ländern ist das kultursensible Dolmetschen im Bildungs-, Sozial- und Gesundheitswesen ein anerkannter Beruf, in Deutschland ist die Berufsanerkennung aber noch nicht abgeschlossen.

Sprach- und Integrationsmittler/-innen folgen einer Berufstethik und verstehen sich als professionelle migrationsspezifische Fachkräfte. Neutralität, Transparenz, professionelle Distanz und Schweigepflicht sind selbstverständliche Handlungsleitlinien

Ansprechpartner Presse

Achim Pohlmann

Vorstand SprInt geG

pohlmann[at]sprinteg.de

0202 / 25 86 41 01